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Über berühmte Kunstwerke
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Auch der neueste Star-Trek-Film steckt voll davon: Anleihen
und Zitate. Besonders die sogenannten "Meilensteinen des Sience-Fiction"
werden da hemmungslos ausgeschlachtet. Insofern hat auch sein Filmtitel:
"Treffen der Generationen" mehr als eine Bedeutung. Und welch
Freude bereitet es, wenn sich wieder eine Szene als schöne Anspielung
auf schon Dagewesenes enttarnt. Zugegeben, den echten Spaß haben
nur Enterprise-Fans, Cineasten und die wahren Genre-Kenner - aber so
wenig sind das gar nicht.
Es ist in der Tat ja so, daß sich gar nicht alles
gleich gut zitieren läßt. Donald Duck zu zitieren, ist z.B.
ganz unmöglich; nur Persiflagen sind da möglich. Selbst big
hero John Wayne läßt sich nicht zitieren, höchstens
der von ihm geprägte Westerner-Typus. So richtig gut funktioniert
die Anspielung aber bei wichtigen Szenen oder ganzen Filmen. Gerade
sogenannte Remakes ziehen einen Großteil ihres Charmes aus der
Erinnerung an das Original, an die Geschichten, die damals erzählt
wurden. Und zu diesem Geschichten-Pool fügt das Zitat das seine
hinzu.
Zitate in der jüngsten Kunstgeschichte haben mehr mit solch filmischem
Vorgehen zu tun, als mit den traditionellen Bild-Homagen. Während
früher mit Leidenschaft Versatzstücke anderer Werke in die
eigene Arbeit einkopiert wurden, sind formale Huldigungen und Fortschreibungen
heute kaum noch zu finden. Nicht, daß es allgemein an Bewunderung
mangeln würde - die privaten Museen in den Köpfen sind wohlgefüllt.
Und für viele sind diese imaginären Sammlungen sogar sehr
wichtig - wohlgemerkt aber nicht als formalistische, sondern ideengeschichtliche
Orientierungshilfe.
Wenn sich auch die Besuchermassen schieben und drängen und noch
so lange z.B. auf das Bildnis der Mona Lisa starren, einen plausiblen
Grund dafür gibt es auf der Bildfläche nicht. Das Interessante
wird sich wohl eher "drumherum" befinden: im abenteuerlichen
Halbwissen über Deutungen, Biographien und Verbrechen. Neben solchen
Vincent-Popbildern gibt es noch die Ikonen des jeweils aktuellen Kunstdiskurses,
die Standardbeispiele der heutigen Wissenschaft. Dieses Repertoire prägt
sich zwar nicht durch Postkarten, wohl aber durch die ständige
Wiederholung in Vorträgen und Katalogvorworten ein: Welches Reden
über politische Ikonographie möchte schon z.B. auf Daumiers
Bild "Die Republik" verzichten - wo sich doch so treffend
mit seiner späteren "Medea" fortfahren läßt,
oder eben mit Gericaults "Das Floß der Medusa"? Oder
wer könnte auf Rodins "Bürger von Calais" als Beleg
verzichten, oder Casper David Friedrichs "Der Wanderer über
dem Nebelmeer"? In solchen Bildern hat sich durch das Geschichtenerzählen
Zeitgeschehen kristallisiert. Ihr großer Vorteil ist, daß
sie sind nicht nur aufgeladen mit Fakten und Deutungen zu einer Zeit
sind, sondern als Images auch sofort evozierbar.
Daß es dabei den Rednern auf die spezielle Machart
der Images selten ankommt, zeigt schon die Ignoranz, mit der die Bilder
reproduziert werden. Entweder sind sie vom Dia riesig aufgeblasen, oder
gedruckt in Briefmarkengröße. In den Arbeiten von Ralf Peters
bekommen die Idiogramme wieder Haptik und bildliche Delikatesse zurück
- eine andere zwar, aber das ist nun mal so bei Zitaten.
Vitus H. Weh
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